Kirschblütengespräch

  Ich habe heute morgen das das Raunen im Kirschbaum gehört. Fünf oder zehn oder so ähnliche Zahl Blüten waren schon geöffnet.

Das waren die Voreiligen, die Ungeduldigen, die, die nicht mehr warten wollten, die es noch nicht wussten, die Willigen oder andere Beweggründe hatten. Die Blüten unterhielten sich, wann es endlich soweit wäre.

Ob heute schon der Tag wäre, an dem sie aufgehen sollten, wollten, dürften oder gar müssten? Das Geraune und die Meinungen.

Ja ja ja „heute“ riefen die Ungeduldigen. Nein Nein Nein Nein Nein Nein, nächste Woche, da sind die Schulferien um.

Die schon mal da waren, sagten lasst uns noch ein bisschen warten, es ist dann eh wieder so schnell vorbei. Wir halten uns noch ein bisschen zurück, sagte eine Knospe, die besonders schön werden wollte. Halten uns ein bisschen zurück, weil es gerade dort bei denen die unterwegs sind, immer so schnell ist. So schnell vergeht. Augenblicke huschig geworden sind.

Heute ist es eh grau, kommt sowieso kein Mensch wobei, um uns anzuschauen. Hahaha, sagte die eine, weißt du wo wir stehen? An dem Platz? Wann war der letzte Mensch bei dir, und hat dich betrachtet?

 

Frieden

    du glaubst vielleicht Frieden ist so ein einfacher Zustand. sozusagen einfach so. einfach da. ich glaube, du irrst. zack ins Bett. eine Runde schlafen. und morgens dann beim aufwachen ist Frieden. einfach so. so ein Unsinn und unglaubwürdig. es ist ein immer währendes ausbalancieren. zwischen ja und nein. und manchmal gar vielleicht. und das ist Fakt jeden Tag. die Pause zwischen ein- und ausatmen könnte Frieden sein. oder wegen aus- und einatmen. wer auch immer zuerst da war. die Reibung ist so eine Sache, die dich immer begleiten wird. das gilt es zu verstehen. und dann ist Frieden. meist helfen andere dir dabei. aber wenn sie dich mal nicht an die Hand nehmen, meinst du Radau machen zu müssen. Frieden ist Übung. täglich. fang endlich an damit. einatmen. ausatmen. die Pause und den Moment dazwischen nehmen. und du merkst: ah – so einfach ist das mit dem Frieden.

unterwegs am stürmischen Meer

Das Leben ist wie das Meer. Oder wie am Meer? Oder mit dem Meer? Ruhig und stürmisch. Meist alles zu gleich. Ich merke es meist nicht. Ideen und Pläne sind in mir wieder aufgetaucht und wollen in die Wirklichkeit. An meiner Zeit wieder die Grenzlinie von Wasser und Land zu verlassen. Kann ich es wie Ebbe und Flut nennen? Wann sind wir in der Ebbe – wann in der Flut? Unsinnige Fragen 🙂 Ich fahre wieder „auf´s Land“ und gehe meinen Ideen nach. Eines weiss ich sicher derzeit, ein Seemann bin ich nicht. 🙂

unterwegs verfahren

Ich sitze nun seit Tagen am Steuer. Orte huschen vorbei. Und dabei habe ich mich verfahren. Schaut anders aus, wie ich dachte und meinte, wo ich sein könnte. Aber um die nächste Ecke wird es werden!

Es ist wieder eine Fahrt ins Blaue geworden. Am Ende der Straße gab es wieder dieses glitzer Blau. Glitzern und Funkeln. Ja. Da machen meine Augen mit. Ich nenne diesen Blick und Begriff: Synchronfunkeln. 🙂

unterwegs 26.11.17

Ich habe mich auf den Weg gemacht. Ein wenig anderes Licht. Das Grau des November eintauschen. Bin dann unterwegs. Wohin weiss ich noch nicht. Richtung Süden. Weniger Regen und vielleicht kein Schnee.

online dating

Ich hatte zum Wochenende eine Idee für ein Treffen von Gleichgesinnten im Atelier. Naja. Das Ergebnis war bescheiden. Hat mich an meine geschriebene Geschichte in meinem Buch erinnert. Wer nachlesen mag:

Und jetzt?

Es war einmal. Vor langer, langer Zeit. So begannen die Märchen bei mir. Oft.
Jahre sind ins Land gezogen. Angegraut bin ich.
Klingt wie in den Geschichten der Bücher von Feen und Kobolden.
Nein. Meine Frau, Anke, ist nicht gestorben. Wir haben uns auseinandergelebt.
Diese Variante gab es nicht im Märchen. Hieß in der Kirche, bis der Tod euch scheidet.
Wir leben heute lange. Passiert also nicht schnell.
Die Story ist gleich geblieben: Der Mann hat keine Frau mehr, die Frau keinen Mann.
Beide versuchen wieder ein Mensch für sich zu finden.
Titel: Von Einem der auszog, das Fürchten zu lernen? Im Märchen gab es das Internet nicht.
Erzählt man irgendwann vom Märchenbuch Internet ?
Nicht in Form: die Gebrüder Grimm, sondern Du, Ich und wir?
Mittlerweile darf und kann jeder schreiben. Was er will und wie.
Eigene Märchen über sich erzählen, gestalten und verbreiten.
Eine Partnerbörse, Schatztruhe der Illusionen. Klingen romantisch und effektiv.
Elitepartner. Neu. Friendscout. Parship — Wie im Otto-Katalog. Kleine bunte Bildchen.
Mit Beschreibungen. Maße. Größe. Eigenschaften. Manchmal stimmen die Maßangaben.
Selten die Produkteigenschaften. Eine schrieb ein paar Gramm zu viel. Hmm.
Die Blonde schrieb über Toleranz und Weltoffenheit.
Mein Hawaihemd fand sie sehr schrill und ich sei sehr originell.
Zu ihrer blauen Bluse sei das dissonant und nicht passend.
Ob ich beim nächsten Mal einen Gleichklang erzeugen könne?
Mit einer war ich beim Klettern. Sie fragte mich, ob ich mein Deodorant dabei habe.
Kaffeetrinken mit Tante Gerda und ihren wunderbaren Keksen – okay.
Apropos Katalog. Selten schreiben Sie ihren Preis dazu.
Ich sollte Handwerker sein. Reparieren, Tapezieren, Malen, Streichen und so weiter.
Das steht aber selten im Kleingedruckten.
Nach einer Auswertung suchen achtzig Prozent der Frauen einen Handwerker.
Dazu gibt es gelbe Seiten und entsprechende Internetportale.
Der Preis für das Lern-Dich-Kennen-Portal ist dagegen klar und deutlich.
Versuche mal in der Frühe in der Stadt einen Menschen, gar eine Frau zu treffen.
Wahrscheinlich sitzen Sie am PC und suchen ihn. Im Online-Katalog.
Kein Wunder kannst Du Sie nicht treffen.
Und dann diese Träume: ich laufe dem Richtigen schon über den Weg. Ja wie denn?
Sitzend vor dem PC mit dem Bürorollstuhl durch die Stadt, morgens um sechs?
In den Anzeigen steht: Ich habe wenig Zeit zum Lesen, wegen der Arbeit, Hund und, oder Katze.
Wo bleibt die notwendige Muße für meine Anzeige? Reduziere ich mich auf sportlich, schlank, 172 cm, 72 kg, blaue Augen, angegraute Haare, auseinandergelebt.
Sie schreiben: Respektvoll und tolerant miteinander sein!
Es scheint, wir verbrauchen viel Energie um uns zu bestätigen:
Ein einzelner Mensch für uns, ist doch Illusion.
Wir schreiben weiter an unserem großen Märchen und glauben an Erfüllung.
Wie früher in der Kinderzeit, bis wir selig aus dem Leben scheiden. Auch wie im Märchen.

Und wer noch mehr Geschichten von mir lesen mag, der kann sich mein kleines Buch kaufen 🙂 ISBN-13: 978-3741896323 9,80 € und auch direkt bei mir

Vergänglichkeit

Im Moment beschäftigt mich im wieder oder öfter die Vergänglichkeit. Meine eigene. Die anderer. Das kommen und werden im Garten des Lebens. Wenn wir Glück haben, sind wir gesund geboren. Und wenn wir schlau sind, bleiben wir das. Meist erliegen wir vielen Verlockungen und werden krank im Sein. Normaler Zerfall ist meist angenehm zu betrachten. Er bringt immer wieder Neues hervor. Globale Bindungen sind schon lange Teil dieser Welt. Der Handel mit Waren und Dienstleistungen scheint oberflächlich ein größeres oder sogenanntes weiteres Bild zu erzeugen. Scheinbar. Möglicherweise sind die Wassertropfen, die ich heute morgen im Wind eingeatmet habe aus dem mir fernen Afrika heran getragen worden. Waren schon in Berührung mit Menschen von dort. Gar in ihnen. Ich habe einige Jahre an diesem Platz im Video gelebt. Ein Haus dort mein oder mir eigen genannt. Nichts ist mehr dort wie es war. Steine verräumt. Bäume gerodet. Brunnen zugeschüttet. Menschen weg gezogen. Vergänglichkeit. Was wirst du von mir in einigen Jahren noch wissen und erzählen? Ich würde mir wünschen, dass du ein Lachen dabei im Gesicht hast.